Bezahlverfahren
Teil von Bezahlverfahren im Einzelhandel: Bargeld, Girocard und Karte im Überblick
Bargeldakzeptanz nach den Testkäufen 2025: Verkaufsstellen, Nahverkehr und Behörden im Vergleich
Bargeldakzeptanz 2025 im Vergleich: 99,4 Prozent Barakzeptanz in Verkaufsstellen, Nahverkehr vollständig, 8 von 30 Behördenfällen ohne Bargeld.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 99,4 Prozent der aufgesuchten Verkaufsstellen nahmen Bargeld an, in 98,7 Prozent der Fälle klappte die Barzahlung im ersten Anlauf.
- Im öffentlichen Nahverkehr war der Fahrkartenkauf in allen geprüften Situationen mit Bargeld möglich.
- Bei Behörden blieb in 8 von 30 Fällen nur die bargeldlose Zahlung, etwa bei Personalausweis oder Kfz-Zulassung.
- Die Bundesbank sieht die Bargeldakzeptanz in Deutschland derzeit als gewährleistet an.
- Als künftiges Risiko gilt die Verbreitung von Selbstbedienungskassen ohne Bargeldoption.
Wie die Testkäufe 2025 angelegt waren
Die Bundesbank hat die Ergebnisse am 15. Dezember 2025 in ihrem Monatsbericht veröffentlicht. Im Sommer 2025 liefen rund 2.060 Testkäufe im Einzelhandel, in der Gastronomie und bei Dienstleistern. Ergänzend wertete sie kleinere Stichproben im öffentlichen Nahverkehr und bei Behörden aus.
Zwei Dinge sind zu trennen. Die 2.060 Testkäufe betreffen Verkaufsstellen. Nahverkehr und Behörden sind dünner besetzt, ihre Quoten tragen deshalb mehr Unsicherheit. Der Befund beschreibt einzelne Testorte und ist kein bundesweites Akzeptanzversprechen.
Die 99,4 Prozent gelten für die Gesamtheit der geprüften Verkaufsstellen aus Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistern. Was unter Bargeld zu verstehen ist und wie Annahmeregeln einzuordnen sind, erläutert das Glossar der Deutschen Bundesbank.
Verkaufsstellen, Nahverkehr und Behörden im direkten Vergleich
| Testort | Ergebnis | Betriebliche Konsequenz |
|---|---|---|
| Verkaufsstellen | 99,4 Prozent Barakzeptanz, 98,7 Prozent im ersten Anlauf, 0,7 Prozent erst auf Rückfrage oder an einer anderen Kasse | Bargeldoption an jeder Kasse erhalten, Rückfrageweg und Zweitkasse festlegen |
| Öffentlicher Nahverkehr | Fahrkartenkauf in allen Testsituationen mit Bargeld möglich | Keine Zweitkassenlösung nötig |
| Behörden | In 8 von 30 Fällen keine Barzahlung, etwa bei Personalausweis oder Kfz-Zulassung | Vor dem Termin Kartenzahlung oder Überweisung einplanen |
Die 0,7 Prozent sind der aussagekräftigste Ausreißer. Es handelt sich nicht um eine Verweigerung, sondern um eine Verzögerung: Die Barzahlung war erst auf Rückfrage oder nur an einer anderen Kasse möglich. Für Ladenbetreiber heißt das, den Ausweichweg vorher zu benennen, statt die Kundschaft an der Kasse suchen zu lassen.
Gemeinsam ist allen drei Testorten, dass Bargeld grundsätzlich vorgesehen war. Unterschiede zeigen sich im Detail: Im Nahverkehr traten keine Lücken auf, im Handel waren sie Ausnahmen, bei Behörden betrafen sie mehr als ein Viertel der geprüften Fälle.
Die Bundesbank hält die Bargeldakzeptanz in Deutschland derzeit unabhängig von Unternehmensgröße und Branche für gewährleistet. Der Handel findet ausreichend Euro-Bargeld vor, weil die Notenbank die Verteilung an Handel und Banken sichert.
Was Selbstbedienungskassen für die Bargeldannahme bedeuten
Als künftige Herausforderung nennt der Bericht die zunehmende Verbreitung von Selbstbedienungskassen, vor allem in Supermärkten, Drogerien und Baumärkten. Werden personalbesetzte Kassen schrittweise durch SB-Kassen ohne Bargeldoption ersetzt, wird Barzahlen zeitaufwendiger, weil dann nur noch wenige Kassen zur Verfügung stehen.
Für die Standortplanung ergeben sich daraus fünf Schritte:
- Legen Sie fest, wie viele Kassen Bargeld annehmen müssen, damit ein Schein oder eine Münze keine unnötige Wartezeit erzeugt.
- Prüfen Sie jede neue SB-Kasse darauf, ob sie Geldscheine und Münzen verarbeitet, bevor Sie personalbesetzte Kassen abbauen.
- Kennzeichnen Sie am Eingang, welche Kassen Bargeld annehmen, damit niemand erst am Terminal umkehren muss.
- Halten Sie eine Rückfrage- oder Zweitkassenlösung bereit, auch wenn Ihre Quote besser als die getesteten 0,7 Prozent sein sollte.
- Binden Sie die Bargeldversorgung an den Wechselgeldprozess, damit die verbliebenen Barkassen nicht leer laufen.
Technisch sind solche Geräte kein Sonderfall. Wer Kassensysteme betreibt, muss eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung einsetzen, wie sie die KassenSichV beschreibt. Die Pflicht zur Einzelaufzeichnung und zur TSE ergibt sich aus § 146a AO. Bargeldannahme und bargeldlose Zahlung laufen dabei über dieselbe Kasse und dieselbe Aufzeichnung.
Häufige Fragen
Wird Bargeld in Verkaufsstellen zuverlässig akzeptiert?
Nach den Testkäufen ja: 99,4 Prozent der aufgesuchten Verkaufsstellen akzeptierten Bargeld, 98,7 Prozent im ersten Anlauf. In 0,7 Prozent der Fälle half erst eine Nachfrage oder eine andere Kasse.
Kann ich Personalausweis oder Kfz-Zulassung mit Bargeld bezahlen?
Nicht überall. In der Untersuchung war in 8 von 30 Behördenfällen keine Barzahlung möglich. Planen Sie für solche Termine eine Karte oder eine Überweisung ein.
Sind Selbstbedienungskassen ein Problem für die Bargeldannahme?
Der Bericht erwartet Wachstum vor allem in Supermärkten, Drogerien und Baumärkten. Er nennt den Fall, dass personalbesetzte Kassen ohne Bargeldoption ersetzt werden und Barzahlen dadurch zeitaufwendiger wird.
Gilt die Bargeldakzeptanz für alle Branchen gleichermaßen?
Die Bundesbank bewertet sie unabhängig von Unternehmensgröße und Branche als gewährleistet. Die Testkaufquoten selbst beziehen sich auf Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister sowie auf die kleineren Stichproben im Nahverkehr und bei Behörden.