Bezahlverfahren
Teil von Bezahlverfahren im Einzelhandel: Bargeld, Girocard und Karte im Überblick
Wann lohnt sich ein Kartenzahlungsterminal für Dienstleister?
Kartenzahlungsterminal für Dienstleister: Schwellenwerte ab 300 Euro Kartenumsatz, Gebührenmodelle von SumUp, Zettle und Ingenico plus Beispielrechnung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ab etwa 300 Euro Kartenumsatz im Monat trägt sich ein Terminal ohne Grundgebühr.
- Zwischen 300 und 1.000 Euro lohnt sich ein Anbieter mit reiner Prozentgebühr.
- Ab 1.000 Euro Kartenumsatz kann ein Vertragsmodell mit Monatsgebühr günstiger sein.
- Bei SumUp und Zettle liegen die Transaktionsgebühren zwischen 1,39 und 1,75 Prozent pro Zahlung.
- Ein Terminal ist keine Kasse, die TSE-Pflicht greift erst im Kassensystem.
Ab welchem Kartenumsatz sich ein Terminal trägt
Der Kartenanteil entscheidet, nicht der Gesamtumsatz. Ein Handwerker mit 20.000 Euro Monatsumsatz und 2 Prozent Kartenzahlungen hat weniger Kartentransaktionen als ein Friseur mit 4.000 Euro und 40 Prozent Kartenanteil. Messen Sie deshalb zwei Wochen lang, wie viele Kunden mit Karte zahlen. Rechnen Sie den Anteil auf den Monatsumsatz hoch. Dieser Kartenumsatz ist die Vergleichsgröße für alle Gebührenmodelle.
| Kartenumsatz pro Monat | Empfehlung | Grund |
|---|---|---|
| unter 300 Euro | kein Terminal, außer bei klarer Kundennachfrage | Gerätepreis und Gebühren übersteigen den Nutzen |
| 300 bis 1.000 Euro | Terminal ohne Grundgebühr | keine Fixkosten, nur Prozentgebühr je Zahlung |
| 1.000 bis 5.000 Euro | Tarife mit Girocard-Rate vergleichen | jede Zehntelprozent Differenz wirkt direkt |
| über 5.000 Euro | Mietvertrag oder Acquirer prüfen, etwa Ingenico über Partner | niedrigere Raten wiegen die Fixkosten auf |
Gebührenmodelle: Prozent, Miete oder Grundgebühr
Es gibt drei Modelle. Reine Prozentmodelle ohne Fixkosten eignen sich für kleine und schwankende Umsätze. Mietmodelle mit monatlicher Gebühr und niedrigerer Transaktionsrate lohnen sich ab einem stabilen Volumen. Kombimodelle aus Grundgebühr, Miete und gestaffelten Raten sind Verhandlungsgeschäft und für Dienstleister mit mehreren Standorten interessant.
Die Höhe hängt vom Kartentyp ab. Girocard Zahlungen sind für Händler günstiger als Kreditkartenzahlungen, weil kein internationales Kartennetzwerk beteiligt ist. Anbieter mit Einheitsrate berechnen beide Kartentypen gleich, was einfacher, aber nicht immer billiger ist.
Schwellenrechnung: Differenz der Raten mal Kartenumsatz muss die Monatsgebühr übersteigen. Bei einem Prozentpunkt Differenz und 20 Euro Monatsgebühr liegt die Schwelle bei 2.000 Euro Kartenumsatz.
Beispielrechnung für einen Friseursalon
Beispielrechnung: Ein Salon erzielt 4.000 Euro Monatsumsatz, davon 40 Prozent per Karte, also 1.600 Euro. Bei 1,39 Prozent Transaktionsgebühr fallen rund 22 Euro im Monat an. Bei 1,75 Prozent sind es etwa 28 Euro.
Dazu kommt der Aufwand für Bargeld. Wechselgeld, Zählung, Fahrt zur Bank und Einzahlungsgebühren kosten Zeit und Geld. Rechnen Sie mit 30 bis 60 Minuten pro Woche, wenn das Bargeldvolumen hoch ist. Bei einem Stundensatz von 40 Euro sind das 40 bis 80 Euro im Monat.
Die Entscheidung fällt damit eindeutig aus. Sobald der Kartenumsatz 300 Euro im Monat übersteigt, ist ein Terminal ohne Grundgebühr günstiger als die Bargeldlogistik. Beispiel: SumUp und Zettle by PayPal verkaufen Lesegeräte zu Einmalpreisen und rechnen pro Transaktion ab.
Anbieter für Dienstleister: SumUp, Zettle und Ingenico
SumUp richtet sich an kleine Betriebe und verkauft mobile Kartenleser mit Akku für den Einsatz am Tresen, auf dem Markt oder beim Kunden. Die Abrechnung läuft pro Transaktion, ohne monatliche Grundgebühr.
Zettle by PayPal arbeitet ähnlich und bindet die Zahlungen an ein PayPal Geschäftskonto. Der Kartenleser wird einmalig gekauft, danach fällt eine Transaktionsgebühr an. Für Dienstleister mit schwankenden Umsätzen ist das die einfachste Variante.
Ingenico verkauft keine Geräte direkt an Endkunden, sondern über Banken, Acquirer und Vertriebspartner. Typisch sind Mietgeräte mit monatlicher Gebühr plus Transaktionspreis. Das rechnet sich bei hohen Volumina und mehreren Terminals.
Kasse, TSE und rechtliche Pflichten
Ein Kartenterminal allein ist keine Kasse. Sobald Sie es mit einem Kassensystem verbinden oder eine Kasse mit Terminalfunktion betreiben, greift die KassenSichV. Sie verlangt eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, die jede Transaktion signiert.
Für Dienstleister mit Kleinbetragsrechnungen bleibt die Belegausgabe Pflicht. Wer überwiegend bargeldlos arbeitet, spart den Zählaufwand, verliert aber die anonyme Barzahlung als Argument. Klären Sie die Auswahl des Kassensystems mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie Hardware kaufen.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Kartenzahlungsterminal schon bei 200 Euro Kartenumsatz im Monat?
In der Regel nicht. Bei 200 Euro Kartenumsatz fallen selbst mit günstiger Rate nur rund 3 Euro Gebühren an, während Gerätepreis und Aufwand den Nutzen übersteigen. Anders sieht es aus, wenn Kunden ohne Karte abwandern.
Welche Kosten kommen auf Dienstleister zu?
Einmalig der Gerätepreis, laufend die Transaktionsgebühr. Bei SumUp und Zettle gibt es keine Monatsgebühr, die Lesegeräte kosten je nach Modell weniger als 100 Euro. Mietmodelle starten häufig im niedrigen zweistelligen Eurobereich pro Monat plus Transaktionskosten.
Ist ein Kartenlesegerät eine Kasse nach der KassenSichV?
Nein. Ein Terminal verarbeitet nur Zahlungen. Erst die Verbindung mit einem Kassensystem macht die technische Sicherheitseinrichtung erforderlich.
Welche Karten sollte das Terminal akzeptieren?
Girocard, Kreditkarten und kontaktloses Bezahlen per Karte oder Smartphone. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Girocard enthalten ist, denn diese Zahlungen sind für Händler günstiger.