Zahlungsgeräte
Teil von Zahlungsgeräte für Ladengeschäfte: Terminals, Gebühren und Betrieb im Vergleich
Kartenterminal mieten oder kaufen: Vergleich für kleine Geschäfte
Kartenterminal mieten oder kaufen: Mietpreise, Kaufpreise, Vertragslaufzeiten und Amortisation im Vergleich für kleine Geschäfte, mit Beispielrechnung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Miete liegt bei vielen Anbietern zwischen 10 und 30 Euro netto pro Monat, ohne eigenen Gerätepreis.
- Kauf schlägt einmalig mit 30 bis 400 Euro netto zu, je nach Modell und Anschlussart.
- SumUp und Zettle verkaufen ihre Lesegeräte, bei Ingenico und Verifone dominiert in Deutschland der Mietvertrag über einen Acquirer.
- Bei 19 Euro Monatsmiete und 199 Euro Kaufpreis amortisiert sich der Kauf rechnerisch nach etwa zehn Monaten.
- Die Gebühr je Kartenzahlung kostet kleine Geschäfte oft mehr als das Gerät selbst.
Was Miete und Kauf monatlich kosten
Ein gemietetes Terminal kostet Fixkosten, aber kein Kapital. Typische Mietverträge laufen 12 bis 48 Monate und enthalten Service, Softwareupdates und Gerätetausch. Alle Beträge in diesem Vergleich sind Nettopreise zzgl. 19 Prozent Umsatzsteuer.
Der Kaufpreis ist einmalig, dafür trägt das Geschäft Ausfallrisiko und Ersatzbeschaffung selbst. Nach der Gewährleistung zahlt man ein neues Gerät oder eine Reparatur.
Neben Gerätepreis und Miete fallen weitere Posten an: Anschlussgebühr, SIM-Karte, Zubehör wie Bondrucker und Ladegerät, eine Kassenanbindung und Strom. Diese Posten stehen selten im Prospekt, gehören aber in die Rechnung.
| Kostenposition | Miete | Kauf |
|---|---|---|
| Gerät | im Mietpreis enthalten | 30 bis 400 Euro netto, einmalig |
| Fixkosten pro Monat | 10 bis 30 Euro netto | 0 Euro |
| Vertragsbindung | 12 bis 48 Monate | keine |
| Defekt, Verlust, Diebstahl | meist vertraglich geregelt | auf eigene Kosten |
| Steuer | sofort Betriebsausgabe | Abschreibung, einjähriges Wahlrecht möglich |
Beispielrechnung: ab wann der Kauf günstiger wird
Die folgende Beispielrechnung ist eine Modellannahme, keine Zusage eines Anbieters.
Miete: 19 Euro netto pro Monat über 48 Monate, das sind 912 Euro netto. Kauf: 199 Euro netto einmalig für dasselbe Nutzungsfenster.
Der Kauf spart über vier Jahre 713 Euro netto. Die Amortisation liegt bei rund zehn Monaten, also im ersten Nutzungsjahr.
Ein Zusatzcheck gehört dazu: Bleibt das Geschäft länger als ein Jahr? Nutzt es Kartenzahlung regelmäßig? Nur dann trägt die Rechnung.
Noch mehr als den Gerätepreis belastet die Transaktionsgebühr. Bei 2.500 Euro Kartenumsatz pro Monat und 1,4 Prozent Gebühr sind das 35 Euro netto im Monat, also 420 Euro netto im Jahr.
Checkliste vor der Entscheidung
Vor dem Vertrag oder Kauf helfen fünf Fragen.
- Wie viele Kartenzahlungen fallen pro Monat an, und wie hoch ist der durchschnittliche Bon?
- Bleibt das Geschäft länger als die Amortisationsdauer, die sich aus Kaufpreis geteilt durch Monatsmiete ergibt?
- Sind TSE-Anbindung, Softwareupdates und Hotline in der Miete enthalten, und was kostet der Service nach Ablauf der Gewährleistung?
- Wie lang ist die Laufzeit, wie kurz die Kündigungsfrist, und verlängert sich der Vertrag automatisch?
- Ist die Anbindung an die vorhandene Kasse oder Warenwirtschaft bei beiden Modellen möglich?
Anbieter und Vertragslaufzeiten im Vergleich
SumUp verkauft seine Kartenlesegeräte zum Festpreis und rechnet Zahlungen pro Transaktion ab. Eine monatliche Grundgebühr fällt nicht an, eine Miete bietet das Unternehmen nicht an.
Bei Ingenico und Verifone dominiert in Deutschland der andere Weg. Ihre Terminals laufen meist über Acquirer und Netzbetreiber im Miet- oder Rahmenvertrag, oft zusammen mit einem laufenden Anschlussvertrag.
Zettle by PayPal arbeitet ähnlich wie SumUp: Das Kartenlesegerät wird gekauft, die Abrechnung läuft über die Gebühr je Zahlung.
Die EU deckelt die Interchange-Gebühr für Verbraucherkarten auf 0,2 Prozent bei Debitkarten und 0,3 Prozent bei Kreditkarten. Das senkt die Kosten, ersetzt aber nicht die Händlergebühr.
Vor der Unterschrift zählen Laufzeit, Kündigungsfrist, Mindestumsatz und die Frage, wer Softwareupdates und die Anbindung an die technische Sicherheitseinrichtung bezahlt. Der Ratgeber der IHK München und Oberbayern zu Kassensystemen beschreibt, welche Funktionen und Kosten kleine Geschäfte betreffen.
Am Vertragsende steht die Rückgabe: Das Gerät geht zurück, der Anschluss wird gekündigt. Klären Sie vorher, wer Rückversand und fehlende oder beschädigte Hardware bezahlt.
Häufige Fragen
Lohnt sich bei wenigen Kartenzahlungen eher Miete oder Kauf?
Bei sehr geringem Kartenumsatz ist Miete oft die günstigere Wahl, weil kein Gerätepreis anfällt und der Austausch im Vertrag steckt. Teilen Sie den Kaufpreis durch die Monatsmiete, dann zeigt das Ergebnis die Amortisationsdauer in Monaten.
Welche Laufzeiten sind bei Mietverträgen üblich?
In Deutschland sind Laufzeiten von 12, 24, 36 und 48 Monaten verbreitet. Prüfen Sie, ob sich der Vertrag automatisch verlängert und wie lang die Kündigungsfrist ist.
Braucht das Terminal eine technische Sicherheitseinrichtung?
Die Pflicht trifft das Kassensystem, nicht das einzelne Kartenterminal. Ist das Terminal Teil einer Kasse nach Paragraf 146a der Abgabenordnung, muss das Gesamtsystem die Vorgaben erfüllen. Die IHK München und Oberbayern listet typische Fehler beim Kauf und Betrieb von Kassensystemen.
Kann man ein gebrauchtes Kartenterminal kaufen?
Technisch ja, praktisch selten sinnvoll. Freischaltung beim Acquirer, Softwarestand und Updateversorgung sind oft nicht übertragbar. Klären Sie das vor dem Kauf schriftlich.
Wird der Kauf steuerlich anders behandelt als die Miete?
Ja, die Miete ist sofort als Betriebsausgabe abzugsfähig. Bei Kauf verteilen Sie den Betrag über die Nutzungsdauer oder nutzen das Wahlrecht zur einjährigen Abschreibung für digitale Wirtschaftsgüter.