Zahlungsgeräte

Zahlungsgeräte für Ladengeschäfte: Terminals, Gebühren und Betrieb im Vergleich

Zahlungsgeräte für Ladengeschäfte im Vergleich: Preise von SumUp, Zettle, Ingenico und Verifone, Gebühren pro Transaktion und Vertragslaufzeiten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zwei Vertriebswege prägen den Markt: SumUp und Zettle by PayPal verkaufen Geräte direkt an Ladengeschäfte, Ingenico und Verifone liefern ihre Terminals über Acquirer und Netzbetreiber.
  • SumUp nennt für das Kartenlesegerät SumUp Air 39,00 Euro und für Vor-Ort-Zahlungen 1,39 Prozent pro Transaktion, mit dem Abo Zahlungen Plus 0,79 Prozent.
  • Zettle by PayPal nennt 29,00 Euro für den ersten Kartenleser, 199,00 Euro für das Zettle Terminal und 1,39 Prozent pro Kartenzahlung vor Ort ohne Monatsgebühr.
  • Bei Acquirer-Verträgen mit Ingenico- oder Verifone-Geräten zahlen Händler meist eine Monatsmiete, die Laufzeit liegt häufig zwischen 12 und 48 Monaten.
  • Die KassenSichV verlangt für elektronische Kassensysteme eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung.

Rechtlicher Rahmen: KassenSichV, TSE und Terminal

Elektronische Aufzeichnungssysteme müssen in Deutschland seit dem 1. Januar 2020 mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung betrieben werden. Das regelt die KassenSichV, die Verordnung über die technischen Anforderungen an elektronische Aufzeichnungs- und Sicherungssysteme im Geschäftsverkehr.

Das Terminal ist in dieser Kette nur das Gerät, das die Karte liest. Die Aufzeichnungspflicht trifft das Kassensystem, an das das Terminal angebunden ist. Wer ein Terminal ohne Kassenanbindung nutzt, muss die Zahlungsvorgänge dennoch in seinen Aufzeichnungen erfassen.

Die Verordnung im Volltext beschreibt, welche Anforderungen eine TSE erfüllen muss und wie Aufzeichnungen zu sichern sind. Für die Gerätewahl heißt das: Die Anbindung an das Kassensystem sollte vor der Bestellung geklärt sein, nicht danach.

Viele Anbieter bewerben die Anbindung ihrer Terminals an gängige Kassensysteme. Ob diese Anbindung die Pflichten der KassenSichV erfüllt, hängt vom Einzelfall ab. Die Verantwortung bleibt beim Betreiber des Ladengeschäfts.

Zahlungsarten und ihre Kostenordnung an der Ladenkasse

Für die Kosten eines Terminals ist entscheidend, welche Karten akzeptiert werden. Die Europäische Union begrenzt über die Verordnung 2015/751 das Interbankenentgelt für Verbraucherkarten auf 0,2 Prozent des Umsatzes bei Debitkarten und 0,3 Prozent bei Kreditkarten. Firmen- und Premiumkarten fallen nicht unter diese Grenzen.

Auf dieses Entgelt schlägt der Acquirer seine Marge auf. Deshalb liegen die Händlergebühren für Girocard und internationale Debitkarten unter denen für Kreditkarten. Begriffe wie Girocard, Debitkarte, Acquirer und Autorisierung erläutert das Glossar der Deutschen Bundesbank.

Die direkten Anbieter rechnen dagegen mit einem Einheitssatz ab. Bei SumUp und Zettle by PayPal zahlen Händler 1,39 Prozent pro Vor-Ort-Zahlung, unabhängig davon, ob eine Girocard oder eine Kreditkarte vorgelegt wird. Der Satz ist eine Mischkalkulation über alle angenommenen Kartenarten.

Daraus folgt eine Besonderheit für Ladengeschäfte mit hohem Girocard-Anteil. Sie zahlen bei einem Einheitssatz rechnerisch mehr als bei einer Abrechnung, die Girocard getrennt bepreist. Geschäfte mit vielen internationalen Kreditkarten liegen beim Einheitssatz dagegen günstig.

Ob ein Terminal Girocard akzeptiert, ist nicht bei jedem Anbieter selbstverständlich. Die Produktseiten führen die akzeptierten Kartenarten auf. Wer Girocard braucht, sollte das vor dem Kauf schriftlich klären.

Kontaktloses Bezahlen mit Karte oder Smartphone gehört inzwischen zum Standard im Laden. Für die Gerätewahl bedeutet das, dass das Terminal NFC-fähig sein muss, also Karten und Mobilgeräte ohne Stecken lesen kann. Die Anbieter im Direktvertrieb werben mit dieser Funktion.

Bauformen und Preise bei SumUp und Zettle by PayPal

SumUp verkauft Kartenlesegeräte und Terminals direkt. Die Produktseite für Kartenterminals führt das Einstiegsgerät SumUp Air mit 39,00 Euro. Der Leser wird per Bluetooth mit einem Smartphone oder Tablet verbunden, abgerechnet wird über die App des Anbieters.

Zettle by PayPal beschreibt auf der Produktseite für Kartenlesegeräte zwei Bauformen. Der Kartenleser wird mit dem Mobilgerät gekoppelt und kostet 29,00 Euro für das erste Gerät, jeder weitere Leser 79,00 Euro.

Das Zettle Terminal führt App und Kartenleser in einem tragbaren Gerät mit eigenem Display zusammen. Der Preis liegt bei 199,00 Euro, mit integriertem Barcode-Scanner bei 249,00 Euro. Drucker und Ladestation sind separat erhältlich.

Bei Zettle by PayPal sind die Gerätepreise Nettopreise, die Umsatzsteuer kommt beim Kauf hinzu. Versandkosten fallen ebenfalls an. Beide Anbieter verkaufen ihre Geräte ohne verpflichtende Grundgebühr und ohne feste Vertragslaufzeit. Ein Abo ist optional.

Die Bauform folgt dem Ablauf im Laden. Wer an wechselnden Stellen kassiert, braucht ein tragbares Gerät. Wer fest an einer Theke arbeitet, kommt mit einem Kartenleser am Mobilgerät aus. Wer zusätzlich Waren scannt, wählt ein Terminal mit Scanner.

Für den Betrieb zählt die Verbindung: Der Kartenleser braucht eine Bluetooth-Verbindung zum Mobilgerät, das Terminal eine eigene Datenverbindung über WLAN oder Mobilfunk. Fällt diese Verbindung aus, ist keine Kartenzahlung möglich.

Ingenico und Verifone: Geräte über Acquirer und Netzbetreiber

Ingenico und Verifone sind die beiden großen Hersteller stationärer Terminals. Ingenico liefert unter anderem die Baureihen Desk/5000, Move/5000 und Lane/3000, Verifone die Modelle V240m, V200t und P400.

Beide Hersteller verkaufen in Deutschland in der Regel nicht direkt an einzelne Ladengeschäfte. Die Geräte kommen über Acquirer, Netzbetreiber oder Kassensystemanbieter in den Laden und werden dort meist gemietet oder geleast statt gekauft.

Einen Listenpreis in Euro veröffentlichen beide Hersteller dafür nicht. Der Preis ergibt sich aus dem Vertrag, in dem Monatsmiete, Transaktionsgebühr und Laufzeit zusammen verhandelt werden. Laufzeiten zwischen 12 und 48 Monaten sind in diesem Segment üblich.

Der Unterschied zu SumUp und Zettle liegt damit weniger im Gerät als im Vertrag. Direktverkäufer arbeiten ohne verpflichtende Grundgebühr und ohne feste Laufzeit. Acquirer-Modelle binden den Händler über eine Mietzahlung und eine Vertragslaufzeit.

Für Ladengeschäfte mit Girocard, Tank- und Firmenkarten ist der Acquirer-Weg der übliche. Diese Kartenarten sind bei Direktverkäufern nicht durchgängig verfügbar. Wer sie braucht, sollte die Akzeptanz vor dem Vertragsabschluss prüfen.

Anbieter und Konditionen im Überblick

Die Tabelle stellt die belegten Anbieterangaben gegenüber. Die Preise stammen von den Produktseiten der Anbieter und können sich ändern.

Anbieter Gerät Gerätepreis Gebühr vor Ort Vertrag
SumUp SumUp Air (Kartenlesegerät) ab 39,00 Euro 1,39 Prozent, mit Abo 0,79 Prozent ohne feste Laufzeit
Zettle by PayPal Kartenleser 29,00 Euro, weitere Leser 79,00 Euro 1,39 Prozent ohne Monatsgebühr
Zettle by PayPal Zettle Terminal 199,00 Euro, mit Scanner 249,00 Euro 1,39 Prozent ohne Monatsgebühr
Ingenico Desk/5000, Move/5000, Lane/3000 kein Listenpreis vertraglich, je nach Netzbetreiber Miete üblich, 12 bis 48 Monate
Verifone V240m, V200t, P400 kein Listenpreis vertraglich, je nach Netzbetreiber Miete üblich, 12 bis 48 Monate

Rechenbeispiel: Einheitssatz gegen Abo

SumUp bietet zu seinem Standardsatz ein Abo an, das den Satz für Vor-Ort-Zahlungen senkt. Für das folgende Rechenbeispiel werden 19,00 Euro Monatsgebühr angenommen, wie sie in den Anbieterangaben genannt werden. Die Umsätze sind angenommen, die Sätze stammen von den Anbietern.

Fall Umsatz pro Monat Modell Gebühr Monatsgebühr Kosten pro Monat
1 2.000 Euro ohne Abo 1,39 Prozent 0,00 Euro 27,80 Euro
2 5.000 Euro mit Abo 0,79 Prozent 19,00 Euro 58,50 Euro
3 5.000 Euro ohne Abo 1,39 Prozent 0,00 Euro 69,50 Euro

Fall 1: 2.000 Euro mal 1,39 Prozent ergeben 27,80 Euro. Fall 2: 5.000 Euro mal 0,79 Prozent ergeben 39,50 Euro, plus 19,00 Euro Monatsgebühr ergeben 58,50 Euro. Fall 3: 5.000 Euro mal 1,39 Prozent ergeben 69,50 Euro.

Der Vergleich zwischen Fall 2 und Fall 3 zeigt die Wirkung des Abos bei gleichem Umsatz. Die Ersparnis bei der Transaktionsgebühr beträgt 21,50 Euro pro Monat, die Monatsgebühr 19,00 Euro. Es bleibt ein Vorteil von 2,50 Euro pro Monat.

Bei 2.000 Euro Umsatz stehen 27,80 Euro ohne Abo 34,80 Euro mit Abo gegenüber. Das Abo ist hier teurer. Rechnerisch liegt die Schwelle bei etwa 3.200 Euro monatlichem Zahlungsvolumen, SumUp nennt 3.500 Euro.

Die Rechnung gilt nur, wenn alle Zahlungen zum reduzierten Satz abgerechnet werden. Fallen Karten von Firmenkunden oder aus Ländern außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums an, gilt für sie der höhere Satz von 1,39 Prozent. Der Mischsatz liegt dann zwischen beiden Werten.

Vertragslaufzeit und Kündigung

Bei SumUp und Zettle by PayPal kaufen Händler das Gerät und nutzen es ohne feste Laufzeit. Das Abo Zahlungen Plus verlängert sich nach Anbieterangabe automatisch und bleibt nach einer Kündigung bis zum Ende des Abrechnungszeitraums aktiv.

Bei Acquirer-Verträgen ist die Laufzeit Verhandlungsgegenstand. Sie liegt üblicherweise zwischen 12 und 48 Monaten. Kündigungsfristen und Rückgabebedingungen ergeben sich aus dem jeweiligen Vertrag und sind nicht Gegenstand der hier ausgewerteten Produktseiten.

Für die Kalkulation heißt das: einmalige Gerätepreise und laufende Vertragskosten getrennt erfassen. Ein günstiges Gerät mit langer Vertragsbindung kann über die Laufzeit teurer sein als ein teureres Gerät ohne Bindung.

Ausfall, Ersatz und Betrieb

Ein Terminal, das nicht funktioniert, blockiert den Verkauf. Deshalb ist die Ersatzregelung ein Auswahlkriterium. SumUp nennt als Bestandteil des Abos Zahlungen Plus kostenlosen Ersatz für Kartenterminals bei technischen Problemen, auch nach Ablauf der Gewährleistung des Altgeräts. Die Zusage ist an das Abo gebunden.

Für Acquirer-Modelle mit Ingenico- oder Verifone-Geräten sind in den ausgewerteten Quellen keine Ersatzfristen belegt. Angaben zu Reparaturzeiten, Leihgeräten oder Garantiebedingungen lassen sich daraus nicht ableiten. Diese Punkte gehören in den Vertrag mit dem Netzbetreiber.

Drei Maßnahmen lassen sich unabhängig vom Anbieter vorbereiten. Erstens: die Ersatzbedingungen vor Vertragsabschluss schriftlich einholen. Zweitens: für die Übergangszeit eine zweite Annahmeform bereithalten. Drittens: Vertragsnummer und Supportkontakt im Laden hinterlegen.

Checkliste für die Auswahl

  1. Monatlichen Zahlungsumsatz und Kartenmix schätzen.
  2. Prüfen, welche Kartenarten das Gerät akzeptiert, insbesondere Girocard.
  3. Bauform nach dem Ablauf im Laden wählen, fest an der Theke oder beweglich.
  4. Gerätepreis, Transaktionsgebühr und mögliche Monatsgebühr getrennt rechnen.
  5. Vertragslaufzeit und Ersatzregelung vor der Bestellung klären.

Häufige Fragen

Welche Zahlungsgeräte eignen sich für ein Ladengeschäft?

Zwei Bauformen sind verbreitet: ein Kartenleser, der mit dem Mobilgerät verbunden wird, und ein tragbares All-in-One-Terminal mit eigenem Display. Für die Theke reicht der Kartenleser, für bewegliches Kassieren im Verkaufsraum ist das Terminal praktischer.

Was kostet ein Kartenterminal bei SumUp und Zettle by PayPal?

SumUp nennt für das Kartenlesegerät SumUp Air 39,00 Euro. Zettle by PayPal nennt 29,00 Euro für den ersten Kartenleser und 79,00 Euro für jeden weiteren, dazu 199,00 Euro für das Zettle Terminal und 249,00 Euro mit Barcode-Scanner. Bei Zettle by PayPal sind das Nettopreise, die Umsatzsteuer kommt hinzu.

Wann lohnt sich das Abo Zahlungen Plus?

Das Abo senkt den Satz für Vor-Ort-Zahlungen von 1,39 auf 0,79 Prozent, wenn Verbraucherkarten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum vorgelegt werden. Ob es sich rechnet, hängt von Umsatz und Kartenmix ab. SumUp nennt eine Schwelle von 3.500 Euro monatlichem Volumen, die eigene Rechnung ergibt etwa 3.200 Euro.

Welche Vertragslaufzeiten sind üblich?

Bei SumUp und Zettle by PayPal kaufen Händler das Gerät ohne feste Laufzeit. Bei Acquirer-Verträgen mit Ingenico- oder Verifone-Geräten sind Laufzeiten zwischen 12 und 48 Monaten üblich. Die konkreten Fristen stehen im Vertrag mit dem Netzbetreiber.

Braucht das Terminal eine TSE?

Die Pflicht aus der KassenSichV trifft das Kassensystem, nicht das Terminal selbst. Elektronische Aufzeichnungssysteme müssen seit dem 1. Januar 2020 mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung betrieben werden. Die Anbindung des Terminals sollte vor dem Kauf geprüft werden.

In diesem Leitfaden

  1. Kartenterminal mieten oder kaufen: Vergleich für kleine GeschäfteKartenterminal mieten oder kaufen: Mietpreise, Kaufpreise, Vertragslaufzeiten und Amortisation im Vergleich für kleine Geschäfte, mit Beispielrechnung.
  2. Leitfaden zum Kartenterminal für Ladengeschäfte ohne VertragsbindungKartenterminal ohne Vertragsbindung: Anbieter ohne Mindestlaufzeit, Gebühren in Prozent und Cent, Gerätepreise in Euro, Kündigungsfristen im Überblick.
  3. Defektes Kartenterminal: Ablauf und Ersatz im ÜberblickDefektes Kartenterminal: Ablauf bei Störung, Hotlines von SumUp, Zettle, Ingenico und Verifone, Ersatzgeräte und Kosten in Euro im Überblick.

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