Zahlungsgeräte
Teil von Zahlungsgeräte für Ladengeschäfte: Terminals, Gebühren und Betrieb im Vergleich
Leitfaden zum Kartenterminal für Ladengeschäfte ohne Vertragsbindung
Kartenterminal ohne Vertragsbindung: Anbieter ohne Mindestlaufzeit, Gebühren in Prozent und Cent, Gerätepreise in Euro, Kündigungsfristen im Überblick.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Anbieter ohne Mindestlaufzeit rechnen pro Kartenzahlung ab und verlangen keine monatliche Grundgebühr.
- SumUp nennt 1,39 Prozent je Transaktion, Zettle by PayPal 1,75 Prozent.
- Einstiegsgeräte kosten ab rund 30 bis 50 Euro inkl. 19 % MwSt., Terminals mit Bildschirm ab rund 80 Euro.
- Ohne Mindestlaufzeit endet der Vertrag zum Ende des Abrechnungszeitraums, meist ohne eigene Frist.
- Wird das Terminal als Kasse genutzt, greift die Pflicht zur technischen Sicherheitseinrichtung.
Anbieter ohne Mindestlaufzeit und ihre Konditionen
Ein Kartenterminal ohne Vertragsbindung bieten vor allem zwei Anbieter, die den Markt für kleine Ladengeschäfte prägen: SumUp und Zettle by PayPal. Beide stellen die Geräte selbst her und betreiben das Acquiring über eigene Lizenzen. Abgerechnet wird pro Transaktion statt über eine Monatsgebühr.
Die Kartenzahlungsgeräte von SumUp funktionieren per WLAN oder Mobilfunk und lassen sich ohne Kassensystem betreiben. Der Umsatz wird in der Regel innerhalb weniger Werktage auf dem hinterlegten Geschäftskonto gutgeschrieben. Je Kartenzahlung fallen 1,39 Prozent des Betrags an, eine Grundgebühr gibt es nicht.
Das Modell passt zu Ladengeschäften mit schwankendem Umsatz, weil fixe Kosten entfallen. Wer das Gerät kauft, bleibt Eigentümer und ist an keine Mietdauer gebunden. Girocard, Kreditkarten und kontaktloses Bezahlen sind bei beiden Anbietern möglich.
Die Auszahlung erfolgt werktags, bei manchen Anbietern gegen Aufpreis auch sofort. Beide Anbieter veröffentlichen ihre Preislisten online, sodass sich die Sätze vor dem Kauf prüfen lassen.
Der Kartenleser von Zettle by PayPal kostet je Transaktion 1,75 Prozent. Auch hier gibt es keine Mindestlaufzeit und keine Monatsgebühr. Zusätzlich steht ein Terminal mit Bildschirm und Kassenfunktion bereit, das sich mit der Zettle-App verbinden lässt.
Übersicht: Gebühren, Preise und Laufzeiten
| Anbieter | Gebühr je Kartenzahlung | Gerätepreis, Beispiel inkl. 19 % MwSt. | Laufzeit |
|---|---|---|---|
| SumUp | 1,39 % | ab rund 40 Euro | keine Mindestlaufzeit |
| Zettle by PayPal | 1,75 % | ab rund 30 Euro | keine Mindestlaufzeit |
| Bank oder Netzbetreiber | häufig 0,5 bis 1,5 % plus Monatsgebühr | Miete oder Kauf ab rund 200 Euro | häufig 12 bis 36 Monate |
Preise und Sätze ändern sich. Maßgeblich ist die Preisliste, die beim Abschluss im Kundenkonto steht.
Beispielrechnung: 4.000 Euro Kartenumsatz pro Monat
Die folgende Rechnung ist ein Beispiel und keine Zusage eines Anbieters.
Ein Ladengeschäft nimmt monatlich 4.000 Euro mit Karte ein. Bei 1,39 Prozent sind das 55,60 Euro Gebühren, bei 1,75 Prozent 70,00 Euro. Die Differenz von 14,40 Euro ergibt im Jahr 172,80 Euro.
Bei 1.000 Euro Monatsumsatz zahlt dasselbe Geschäft 13,90 Euro oder 17,50 Euro. Bei 8.000 Euro Umsatz steigt die Gebühr auf 111,20 Euro oder 140,00 Euro. Ein Vertrag mit 12,00 Euro Monatsgebühr und 0,8 Prozent Umsatzbeteiligung kostet bei 4.000 Euro Umsatz 44,00 Euro, bindet aber für mehrere Jahre.
Laufzeit, Kündigung und Wechsel
Bei SumUp und Zettle gibt es keine Mindestlaufzeit. Die Kündigung ist jederzeit möglich und wird zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums wirksam. Ein Schreiben per E-Mail genügt, das gekaufte Gerät bleibt Eigentum des Händlers.
Anders sieht es bei Mietmodellen und klassischen Acquiring-Verträgen aus. Dort sind Laufzeiten von 12 bis 36 Monaten üblich, die Kündigungsfrist liegt häufig bei drei Monaten zum Laufzeitende. Wer den Termin verpasst, verlängert den Vertrag oft um zwölf Monate. Vor der Unterschrift zählen deshalb Laufzeit, Kündigungsfrist und Verlängerungsautomatik.
Beim Wechsel zählt der Abrechnungszeitraum, nicht das Kalenderjahr. Wer zum Monatsende kündigt, vermeidet doppelte Gebühren, wenn parallel bereits ein neues Gerät läuft.
Kosten prüfen und Angebote vergleichen
Der Ratgeber der IHK München und Oberbayern zu Kassensystemen nennt Funktionen, Kosten und Auswahlkriterien für kleine Geschäfte. Danach entscheidet die Kombination aus Gerätepreis, Transaktionsgebühr und Vertragsbindung über die Gesamtkosten, nicht der Kaufpreis allein.
Rechnen Sie vor dem Abschluss mit dem eigenen Monatsumsatz. Kleine Betriebe mit 800 Euro Kartenumsatz zahlen bei 1,75 Prozent 14,00 Euro im Monat, bei 1,39 Prozent 11,12 Euro. Ein Abo mit 15,00 Euro Monatsgebühr wäre hier teurer als das Modell ohne Grundgebühr.
Checkliste vor dem Abschluss
- Kartenarten: Girocard, Kreditkarte, kontaktlos, Apple Pay und Google Pay?
- Verbindung: WLAN, Mobilfunk oder LAN, und was passiert bei einem Ausfall?
- Auszahlung: Wann ist das Geld auf dem Konto, auch an Wochenenden?
- Kosten: Transaktionsgebühr, Gerätepreis, Versand und Rücksendung?
- Laufzeit: schriftliche Bestätigung, dass keine Mindestlaufzeit gilt?
Wer das Terminal nur zum Kassieren nutzt, braucht keine technische Sicherheitseinrichtung. Wird die Kassenfunktion verwendet, gelten die Vorgaben der KassenSichV nach dem Text beim Bundesministerium der Justiz. Für viele Ladengeschäfte reicht ein Terminal ohne eigene Kassenfunktion, die Buchhaltung läuft über eine getrennte Kasse.
Häufige Fragen
Welche Anbieter bieten Kartenterminals ohne Vertragsbindung?
SumUp und Zettle by PayPal arbeiten ohne Mindestlaufzeit und ohne Monatsgebühr. Beide rechnen pro Kartenzahlung ab, SumUp mit 1,39 Prozent, Zettle mit 1,75 Prozent.
Wie hoch sind die Gebühren pro Transaktion?
Sie liegen zwischen 1,39 und 1,75 Prozent des Zahlbetrags. Bei 50,00 Euro Einkaufswert sind das 0,70 Euro bis 0,88 Euro. Cent-Beträge entstehen, weil der Prozentsatz auf den genauen Betrag berechnet wird.
Was kostet ein Gerät?
Einstiegsgeräte gibt es ab rund 30 bis 50 Euro inkl. 19 % MwSt. Terminals mit Bildschirm, Drucker oder Kassenfunktion kosten ab rund 80 Euro.
Welche Kündigungsfrist gilt?
Ohne Mindestlaufzeit endet der Vertrag zum Ende des Abrechnungszeitraums, eine Frist von einem Monat ist üblich. Klassische Verträge verlangen häufig drei Monate zum Laufzeitende.
Braucht das Terminal eine TSE?
Nur wenn es als Kassensystem dient. Ein reines Kartenlesegerät ohne Kassenfunktion benötigt keine technische Sicherheitseinrichtung.