
Bezahlverfahren
Teil von Bezahlverfahren im Einzelhandel: Bargeld, Girocard und Karte im Überblick
Was kostet die Kartenakzeptanz: Girocard gegen Kreditkarte im Kostenvergleich?
Kartenakzeptanz Kosten im Vergleich: Girocard gegen Kreditkarte mit Gebühren in Prozent, Cent je Transaktion und monatlichen Terminalkosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
Kartenkosten auf einen Blick
- 0,33 % + 0,04 € | Girocard Händlerentgelt
- 1,2–2,5 % | Kreditkarte Mastercard/Visa
- 5–25 € | Terminalmiete pro Monat
- 74 € vs. 500 € | Kosten bei 20.000 € Umsatz
Was Händler je Transaktion zahlen
Die Kosten der Kartenakzeptanz setzen sich aus drei Teilen zusammen: dem Interchange-Entgelt, dem Acquirer-Entgelt und der Terminalgebühr. Das Interchange-Entgelt legt die Deutsche Kreditwirtschaft für die Girocard fest. Für Kreditkarten bestimmen Visa und Mastercard diese Sätze selbst.
Die Deutsche Kreditwirtschaft nennt für die Girocard ein Händlerentgelt von 0,33 Prozent des Umsatzes plus 0,04 Euro pro Transaktion. Bei einem Bon von 30 Euro sind das rund 14 Cent. Bei einem Bon von 100 Euro steigt der Betrag auf etwa 37 Cent.
Visa und Mastercard rechnen anders ab. Hier liegen die Sätze je nach Kartenprodukt und Vertragsvolumen meist zwischen 1,2 und 2,5 Prozent des Umsatzes. Hinzu kommen oft 0,05 bis 0,10 Euro je Transaktion. Ein Bon von 30 Euro kostet dann zwischen 41 und 85 Cent.
Die Deutsche Bundesbank führt in ihrem Glossar zur Zahlungsabwicklung die wichtigsten Begriffe auf. Wer die Abrechnung prüfen will, findet dort die Definitionen zu Interchange, Acquirer und Autorisierung.
Monatliche Terminalkosten im Vergleich
Neben den Transaktionsgebühren fallen Fixkosten für das Kartenterminal an. Klassische Anbieter wie Ingenico oder Verifone verlangen meist 15 bis 25 Euro Miete pro Monat, oft mit 24 bis 48 Monaten Vertragslaufzeit. Kaufgeräte kosten zwischen 200 und 600 Euro.
SumUp und Zettle by PayPal arbeiten mit einem anderen Modell. Beide verlangen keine monatliche Grundgebühr. Stattdessen liegt der Transaktionssatz höher, bei SumUp aktuell 1,39 Prozent für Girocard und 2,75 Prozent für Kreditkarten. Zettle by PayPal berechnet 1,75 Prozent für Girocard und 2,99 Prozent für Kreditkarten.
Die Geräte selbst kosten bei SumUp zwischen 39 und 199 Euro, bei Zettle by PayPal zwischen 29 und 199 Euro. Wer wenig Umsatz macht, fährt mit diesem Modell oft günstiger. Wer hohe Umsätze hat, spart mit klassischen Verträgen.
Die Produktseiten von SumUp und Zettle by PayPal listen die aktuellen Gerätepreise und Transaktionssätze auf. Ein Vergleich der beiden Anbieter lohnt sich vor allem für Händler mit weniger als 5.000 Euro Kartenumsatz im Monat.
Rechenbeispiel: 20.000 Euro Kartenumsatz im Monat
Das folgende Beispiel ist hypothetisch und dient nur der Veranschaulichung. Angenommen, ein Händler hat 20.000 Euro Kartenumsatz im Monat, davon 60 Prozent Girocard und 40 Prozent Kreditkarte.
Rechenbeispiel 20.000 Euro
Girocard
- Umsatzanteil
- 12.000 Euro
- Transaktionsgebühr
- 0,33 Prozent + 0,04 Euro
- Kosten pro Monat
- ca. 74 Euro
- Terminalmiete
- 15 Euro
- Gesamt
- ca. 89 Euro
Kreditkarte
- Umsatzanteil
- 8.000 Euro
- Transaktionsgebühr
- 1,8 Prozent + 0,08 Euro
- Kosten pro Monat
- ca. 150 Euro
- Terminalmiete
- 15 Euro
- Gesamt
- ca. 165 Euro
Die Girocard kostet in diesem Beispiel also rund 89 Euro, die Kreditkarte rund 165 Euro. Die Differenz von 76 Euro pro Monat summiert sich auf 912 Euro im Jahr.
Bei einem Anbieter ohne Grundgebühr wie SumUp lägen die Kosten bei 12.000 mal 1,39 Prozent plus 8.000 mal 2,75 Prozent, also rund 387 Euro. Das ist teurer als der klassische Vertrag, lohnt sich aber bei geringerem Umsatz.
Wann sich welches Modell rechnet
Die Entscheidung hängt von drei Größen ab: monatlicher Kartenumsatz, Anteil der Kreditkarten und Vertragslaufzeit. Bei hohem Umsatz und niedrigem Kreditkartenanteil ist der klassische Acquirer-Vertrag fast immer günstiger.
Bei niedrigem Umsatz oder stark schwankenden Monaten sind SumUp und Zettle by PayPal im Vorteil, weil keine Fixkosten anfallen. Der Bitkom e. V. veröffentlicht unter Märkte und Technologien regelmäßig Zahlen zur Verbreitung bargeldloser Zahlungen in Deutschland. Diese helfen bei der Einschätzung, welcher Kartenanteil im eigenen Segment zu erwarten ist.
Prüfen Sie vor Vertragsabschluss diese Punkte:
- durchschnittlichen Kartenumsatz der letzten drei Monate ermitteln
- Anteil Girocard zu Kreditkarte aus den Abrechnungen ablesen
- monatliche Fixkosten und Transaktionssätze getrennt vergleichen
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen prüfen
- bei Auslandskarten mit höheren Sätzen rechnen
Häufige Fragen
Was kostet die Girocard den Händler?
Die Deutsche Kreditwirtschaft nennt 0,33 Prozent des Umsatzes plus 0,04 Euro je Transaktion als Richtwert. Bei 30 Euro Bon sind das rund 14 Cent.
Sind Kreditkarten immer teurer als die Girocard?
Ja, in der Regel liegen Visa und Mastercard zwischen 1,2 und 2,5 Prozent des Umsatzes. Hinzu kommen oft 0,05 bis 0,10 Euro je Transaktion.
Welche Terminalkosten fallen monatlich an?
Klassische Anbieter verlangen 15 bis 25 Euro Miete. SumUp und Zettle by PayPal berechnen keine Monatsgebühr, dafür höhere Transaktionssätze.
Wann lohnt sich ein Anbieter ohne Grundgebühr?
Bei weniger als 5.000 Euro Kartenumsatz im Monat. Darüber ist der klassische Acquirer-Vertrag meist günstiger.
Wie hoch sind die Kosten bei 20.000 Euro Kartenumsatz?
Im Rechenbeispiel rund 89 Euro für Girocard und 165 Euro für Kreditkarte. Die Differenz beträgt 76 Euro pro Monat.



